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'''Nation''' (um 1400 ins übernommen, von </ref> bezeichnet größere oder e von Menschen, denen gemeinsame Merkmale wie , , n, oder zugeschrieben werden.

Diese Begriffsdefinition ist jedoch empirisch inadäquat, da zum Beispiel nach Ansicht von dargestellt werden. Der Begriff ?Nation? erweist sich als ein Konstrukt, das wirksam wird, indem Menschen sich handelnd auf ihn beziehen.

In der Zeit wurden an den ersten en die Studenten aus bestimmten europäischen Regionen als jeweilige Nation ('''') kategorisiert (z. B. bayerische Nation). Die staatsbezogene Nationsentwicklung, bei der die (eigentlich verschiedenen) Begriffe ''Staat'' und ''Nation'' miteinander verbunden bzw. gleichgesetzt wurden, geschah zu Beginn des bürgerlichen Zeitalters und der . Vor diesem Hintergrund ist zwischen ''Staat'', ''Nation'' (Kulturnation) und '''' zu unterscheiden. Nur in einem Nationalstaat fällt das Staatsgebilde mit dem Begriff der Nation zusammen.

Der Nationsbegriff hat Bedeutung für den lichen und den politischen Bereich.

Näheres

Für politische Kollektive, die sich wie in der (1789?1799) in der Nationalversammlung zu einer Nation als mit einer konstituieren, bestehen Begriffe wie oder . ''Staat'' und ''Nation'' werden hier synonym verwendet. Statt ethnischer Konstruktionen dienen hier vor allem gemeinsame Ideale wie ?? als Grundlage, die das der Nation willentlich zusammenhält. In diesem Zusammenhang wurde auch postuliert, dass territoriale oder sonstige partikulare Gruppenbindungen abgestreift werden müssten, um die Schaffung einer gemeinsamen Nation zu ermöglichen. Die Zugehörigkeit zur Nation wurde hier häufig an ein sversprechen und einen Zwang zur geknüpft.

Als Willensnation mit einem heterogenen gilt insbesondere die , die aus deutsch-, französisch-, italienisch- und rätoromanischsprachigen Bevölkerungsgruppen besteht. Eine '' Nation'' oder '''' bildet dagegen nicht zwingend ein einheitliches Staatsvolk, da auch ein überstaatlicher Kulturraum wie beispielsweise der arabische Sprach- und Kulturraum als nationaler Identifikationshorizont dienen kann. Menschen, die eine ethnische Nation bilden, werden auch im Sinn als angesprochen. Dies kann neben den Ethnien oder Nationalitäten von en auch für en innerhalb von Nationalstaaten zutreffen, beispielsweise die innerhalb s.

Die der Nation zeigt sich an einer Reihe von Widersprüchen. Beispielsweise kann die Sprache nicht immer als nationales Definitionsmerkmal herangezogen werden. So bilden z. B. die keine gemeinsame Nation. Auch Staaten wie und sind trotz kultureller Zugehörigkeit zur keine gemeinsame Nation, weil sie unterschiedliche Staatsbildungsprozesse (? , ) erlebt haben.

Begriffsgeschichte

''Natio'' bezeichnete im Lateinischen ursprünglich eine Gemeinschaft von Menschen gleicher Herkunft, daran anschließend eine durch gemeinsame Sprache, n und kenntliche Gemeinschaft, und zwar im römischen Sprachgebrauch zunächst als Fremdbezeichnung für ein fremdartiges eingewandertes Volk, das mit der einheimischen lebt. Mit dem '''' wurde für den Umgang mit Menschen, die nicht das besaßen, eine eigene Rechtsgrundlage geschaffen.

Anknüpfend an den römischen Sprachgebrauch, sind im christlichen Latein die ?nationes? oder ?gentes? in erster Linie die nichtjüdischen , als Anhänger heidnischer e oder als bekehrungswillige Heiden, die mit den jüdischen Christen das Evangelium annehmen und mit ihnen die Gemeinschaft der bilden.

An der mittelalterlichen Universität mussten sich die en nach ihren Herkunftsländern in mit eigenen und en einschreiben. Diese Universitätsnationen, meist gab es davon vier, wurden nach den wichtigsten Herkunftsgebieten der örtlichen Studenten benannt. An der wurden die ''nationes gallicorum, normannorum, picardorum'' und ''anglicorum'' unterschieden, wobei zur ?gallischen? auch die Italiener, Spanier, Griechen und Orientalen zählten und zur ?englischen? auch die Deutschen und ihre nördlichen und östlichen Nachbarvölker. An der gehörten zur ?polnischen? Nation neben den Studenten aus dem auch die Studenten der östlichen Reichsteile, zur ?böhmischen? auch und , zur ?bairischen? außer den die , , , und sowie zur ?sächsischen? die , , und .

Als Selbstbezeichnung für ein Volk mit politisch-staatlicher Einheit und einer durch gemeinsame en und Geschichte begründeten Eigenart gewinnt der Begriff ''nation'' im Französischen seit dem 16. Jahrhundert an Bedeutung, die sich im 18. Jahrhundert dann mit der unter Betonung der Gesamtheit und gegenüber ständischen und partikularen Ansprüchen auf staatliche Hoheit auch in den übrigen europäischen Sprachen verbreitet. Infolge der Revolution und wachsender Bevölkerungszahlen entfaltete die Idee der Nation als ein Gesamtstaat eine hohe Dynamik, die anfangs gegen , wirtschaftlich und politisch einengende und landsmannschaftliches Denken (deutsche Fürstenstaaten beziehungsweise deutscher Sprach- und Kulturraum) oder aber gegen imperiale fremde Herrschaft (en , ) gerichtet war.

 beschreibt in seinem Standardwerk '''' am Ende des 18. Jahrhunderts den Begriff Nation als ?die eingebornen Einwohner eines Landes, so fern sie einen gemeinschaftlichen Ursprung haben, und eine gemeinschaftliche Sprache reden, sie m�gen �brigens einen einzigen Staat ausmachen, oder in mehrere vertheilet seyn [?] Auch besondere Zweige einer solchen Nation, d.�i. einerley Mundart redende Einwohner einer Provinz, werden zuweilen Nationen genannt, in welchem Verstande es auf den alten Universit�ten, wo die Glieder nach Nationen vertheilet sind, �blich ist [?] Ehe dieses Wort aus dem Lateinischen entlehnet wurde, gebrauchte man Volk f�r Nation, in welchem Verstande es auch noch von alten Nationen �blich ist. Wegen der Vieldeutigkeit dieses Wortes aber hat man es in dieser Bedeutung gro�en Theils verlassen und V�lkerschaft f�r Nation einzuf�hren gesucht, welches Wort auch bereits Beyfall gefunden?. F�r das '''' der  ist die Nation ?das (eingeborne) volk eines landes, einer groszen staatsgesamtheit?. Der Begriff ist demnach ?seit dem 16. Jahrh. aus dem  nation,  nazione (vom lat. natio)? in die deutsche Sprache aufgenommen worden. �hnlich sind die Begriffsbestimmungen in der etwa zeitgleich entstandenen '''' von  und, sehr viel umfangreicher, in dem in der zweiten H�lfte des 19. Jahrhunderts entstandenen ''''.

In seiner berühmten Rede von 1882 ''Qu?est-ce qu?une nation?'' benannte Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft als die Faktoren, die das ''principe spirituel'' der Nation konstituieren. Ein Volk bilde eine Nation nicht wegen einer gemeinsamen Rasse, Sprache oder Religion, nicht wegen gemeinsamer Interessen oder wegen der Geographie, sondern vielmehr aufgrund gemeinsamer Erinnerungen an die Vergangenheit sowie aufgrund des Wunsches, gegenwärtig und künftig zusammenzuleben. Insofern sei die Nation ein tägliches .

Sozialwissenschaftlicher Begriff

Im Kontext wird der Begriff auf sehr unterschiedliche Weise verwendet, so z. B. als gewollte von , als vorgestellte (vgl. ), als auf beruhende (vgl. ), als (Klaus P. Hansen), ferner als historisch kontingentes Konzept (vgl. ) oder auch als Kombination vorstehender Begriffe (vgl. ). Der Historiker definiert Nation als eine Gesellschaft, die ?eine politische Willensgemeinschaft? bilde. Sie wurzele in einer gemeinsamen historischen Erfahrung und verstehe sich als . Alle Mitglieder einer Nation seien und teilten einen Grundkonsens über die gemeinsame . Als Substrat liege jeder Nation ein bestimmtes zugrunde, das sogenannte . Hauptziel jeder Nation sei der , in dem sie eigenverantwortlich die Lebensverhältnisse ihrer Bürger gestalten könne ().

Politikwissenschaftlicher Begriff

Für einen politischen Zusammenschluss von Menschen, die keiner gemeinsamen s-, - oder angehören, wäre grundsätzlich auch ein denkbar, der sich nicht auf die nationale Zusammengehörigkeit seines Staatsvolks beruft. Trotzdem wird auch hier in den meisten Fällen zusätzlich eine Zusammengehörigkeit als Nation postuliert. Damit soll der einheitsstiftende Charakter eines geeinten, politisch organisierten und geordneten Staatswesens als soziopsychologisch prägender Lebens- und Wohnraum seiner Bürger hervorgehoben werden. In klassischen Vielvölkerstaaten, in denen definitionsgemäß verschiedene Nationalitäten ihre Heimat haben, entstehen in diesem Kontext oftmals spannungsreiche Gegensätze unterschiedlicher und teils konkurrierender nationaler Identitäten, um deren einvernehmliche Aufhebung man sich mit unterschiedlichen Lösungsstrategien (, u. Ä.) bemüht.

In , einem Staat, versucht man unter dem Sinnbild der , die , aber auch die Bestrebungen der Regionen, der Dynasten und ethnischen n wie z. B. der , , und in den französischen Staat zu integrieren; teilweise wurde versucht, deren n durch die französische Staatssprache zu ersetzen. Heute tritt deren Pflege wieder sehr hervor. Im Gegensatz dazu steht beispielsweise der Mehrvölkerstaat , die sich als sogenannte versteht und deren Bewohner sich verschiedenen Sprachgemeinschaften zuordnen (die Schweiz besteht aus deutsch-, französisch-, italienisch- und rätoromanischsprachigen Gemeinden). Einwanderungsländern wie , oder fehlen etliche typische Merkmale der historisch sehr viel älteren europäischen Nationen, trotzdem nehmen sie diesen Begriff sehr dezidiert für sich in Anspruch. Die des nischen Kontinents sehen sich zunehmend staatsunabhängigen? indianischen Nationen zugehörig.

Kulturnation und Staatsnation

An der Gegenüberstellung der Online); Peter Alter: ''Nationalismus. Ein Essay über Europa.'' Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-520-71301-8, S. 40 f.</ref>

Kulturnation

Die Kulturnation ist ein sehr nachhaltiges Konzept der Nation, da sie den Sprach- und Kulturraum ( und ) eines Volkes beschreibt. Nation ist dann die durch die Geschichte bewahrte Einheit in Sprache, Kultur und Traditionen (siehe sbegriff). Sie lässt sich nicht durch territoriale Grenzen definieren, sondern verbindet sich beispielsweise mit , en, einer und einer als Identifikationsangeboten. Die Einheit der nationalen Sprache wird meist durch eine geprägt.

Nation wird dann eher (als ''Volk''), aber auch als (Stammesvolk, früher Völkerstamm) verstanden (vgl. dazu , ). Diese Definition der Nation geht oft von der gemeinsamen Abstammung der Angehörigen der Nation und einer daraus resultierenden Kultur- und Spracheinheit aus. Das Bestreben nach ethnisch homogenen Nationalstaaten führte im 20. Jahrhundert zu sogenannten .

Staatsnation

Die ''Staatsnation'' oder auch ''Staatsbürgernation'' ist eine Nation, die auf dem Willen der beruht. Sie wird historisch beispielhaft als in , Frankreich und vor allem in den verwirklicht gesehen. Es sind die gemeinsamen politischen Werte, zu denen sich alle Bürger verpflichtet fühlen, die eine Nation begründen. So wird die Staatsnation zu einem täglichen Plebiszit (Ernest Renan).

Volksnation, Kulturnation, Staatsnation, Klassennation

Der Soziologe '', Sonderheft 8: ''Nationalismus in der Welt von heute'' (1982), S. 12?27.</ref>

Nach dem Historiker Vito Gironda liegt der Unterschied zwischen den Konzepten ''Volksnation'' und ''Staatsbürgernation'' im Umgang mit Online).</ref>

Nation als Religionsersatz und Nationsbildung durch Religionen

Die Anhänglichkeit an die Nation dient mitunter als Religionsersatz ().

Staatsphilosophischer Begriff

 Online).</ref>

Die vertraten in der Französischen Revolution eine Vorstellung von Nation, die in der Nation eine Einheit sieht, die als Staatsnation politisch gebildet werden muss. Nation ist demnach die Willensgemeinschaft derer, die die Werte der Verfassung verteidigen. Diese Tradition blieb in Frankreich wirkmächtig.

Der Philosoph Anton Leist definiert ''Nation'' als ?ein soziales Kollektiv, das erzeugt wird (basierend auf ethnischen, kulturellen, historischen, geographischen und politischen Überzeugungen) durch die wechselseitige Zuschreibung nationaler Zugehörigkeit unter ihren Mitgliedern, das eine öffentliche Kultur teilt und das den Willen hat, sich in einem Staat zu organisieren?.

Völkerrechtlicher Begriff

Im wird auf die tatsächlichen Gemeinsamkeiten eines (oder einer ) abgestellt. So haben nach Art. 1 und 55 der Charta der einzelne Völker ein und zwar unabhängig davon, ob sie bereits Teil eines Staates sind. Nach dem Historiker lässt sich ?ein Zustand der Welt, in dem jedes Volk einen eigenen Staat zwar nicht bilden muss, aber doch bilden darf und in dem jeder Mensch dem Volk seiner Wahl angehören kann, [?] zwar denken, aber nicht verwirklichen.?

Der Historiker Peter Jósika argumentiert diesbezüglich, dass die politische Gemeinde als kleinste politische Einheit immer Ausgangspunkt jeglicher überregionalen, und daher auch der nationalen Selbstbestimmung, sein sollte. Jósika verweist auf das in der Schweiz geltende Recht der Gemeindeautonomie, die auf dem Prinzip der lokalen Selbstbestimmung basiert, als Vorbild.

Das wählt für seine eine Mischform zwischen Staatsangehörigkeitsprinzip und sprinzip.

Literatur

  • : ''Imagined Communities: Reflections on the Origin and Spread of Nationalism.'' 1983, ISBN 0-86091-329-5 (dt. zuerst u. d. T. ''Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts.'' Campus, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-593-33926-9).
  • : ''Rasse, Klasse, Nation. Ambivalente Identitäten.'' Argument, Hamburg/Berlin 1990, ISBN 3-88619-386-1.
  • : ''Nation und Nationalismus in Deutschland 1770?1990.'' München 1993, ISBN 3-406-34086-5.
  • : ''Nationenbildung, Nationalstaat, Integration.'' Düsseldorf 1972, ISBN 3-571-09087-X.
  • : ''Nation und Nationalismen. Versuche über ein Weltproblem, 1962?2006.'' Bremen 2007, ISBN 978-3-934686-43-4.
  • : ''Nations and Nationalism.'' Oxford 1983 (dt. zuerst u. d. T. ''Nationalismus und Moderne.'' Rotbuch, Berlin 1991, ISBN 3-88022-358-0).
  • Klaus P. Hansen: ''Kultur, Kollektiv, Nation.'' Stutz, Passau 2009, ISBN 978-3-88849-181-8.
  • , Henning Borggräfe: ''Nation ? Nationalität ? Nationalismus.'' Campus, Frankfurt am Main 2007.
  • : ''Nationen und Nationalismus, Mythos und Realität seit 1780'', deutsche Ausgabe, Campus, Frankfurt am Main/New York 1991 (überarbeitet 2004, 3. Auflage 2005 auch als Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung), ISBN 3-89331-646-9.
  • : ''The Idea of Nationalism. A Study in Its Origins and Background.'' The Macmillan Company, New York 1944.
  • .'' Bd. 7, Klett-Cotta, Stuttgart 1972, S. 141?431.
  • : ''Nation und Nationalismus''. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, ISBN 3-534-14746-4.
  • : ''Weltbürgertum und Nationalstaat. Studien zur Genesis des deutschen Nationalstaates.'' Oldenbourg, München 1907 (2. Auflage 1911).
  • , Thomas Wallmann: ''Wege zur Europäischen Identität. Individuelle, nationalstaatliche und supranationale Identitätskonstrukte''. Frank & Timme, Berlin 2010, ISBN 978-3-86596-297-3.

Weblinks

  • Danielle Buschinger: . In: ''IABLIS ? Jahrbuch für europäische Prozesse'', 2005
  • Thomas Riklin: , 2005

Einzelnachweise